Drei Projekte, ein Ziel: Wir gestalten Neustadt für die Landesgartenschau 2028
Dr.-Welsch-Terrasse: Historisches Gartendenkmal mit Zukunft
Die Sanierung der Dr.-Welsch-Terrasse in Neustadt an der Weinstraße verbindet Denkmalpflege, Klimaanpassung und zeitgemäße Nutzung. Grundlage der Planung ist eine gartenhistorische Untersuchung, die den Erhalt und die behutsame Weiterentwicklung der rund ein Hektar großen Anlage definiert.
Neben der Sanierung von Wegen, Treppen, Mauern und Wasseranlagen wird die Terrasse barrierefrei erschlossen. Eine neue Rampe verbessert die Zugänglichkeit der terrassierten Anlage und bindet auch den neugestalteten Spielplatz an.
Besonderes Augenmerk liegt auf der Weiterentwicklung der Vegetation. Mediterran geprägte Pflanzungen entlang des historischen Treppenaufgangs, die charakteristische Kakibaumallee sowie immergrüne Gehölze wie Erdbeerbaum, Echter Lorbeer und Pittosporum schaffen ganzjährig attraktive Gartenbilder. Kräftig blühende Stauden in Pink-, Orange- und Violetttönen setzen vor allem im Herbst markante Akzente und bilden einen wirkungsvollen Kontrast zu den leuchtend orangefarbenen Kakifrüchten. Im östlichen Bereich der Anlage sorgen überwiegend heimische Stauden, Gräser und Gehölze für naturnahe Vegetationsbilder und stärken die ökologische Vielfalt.
Bei der Anordnung der Gehölze wurde besonderes Augenmerk auf den Erhalt der historischen Sichtachsen gelegt. So bleiben die charakteristischen Ausblicke und die räumliche Wirkung der Terrasse dauerhaft erlebbar.
Mit dem Gartenfestival „Vorblühen“ wird die sanierte Anlage bereits vom 15. April bis 17. Oktober 2027 zum Ort für Kultur, Bildung und Begegnung. Langfristig bleibt die Dr.-Welsch-Terrasse als hochwertiger öffentlicher Freiraum und wichtiger Baustein der Landesgartenschau 2028 erhalten.
Aus Grünfläche wird Nachbarschaftstreff
Zwischen Robert-Stolz-Straße und Harthäußerweg in Neustadt-Böbig hat sich eine bislang wenig genutzte Grünfläche zu einem attraktiven Quartierstreffpunkt entwickelt. Auf rund 3.200 Quadratmetern entstand im Rahmen des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) Böbig ein neuer Freiraum, der Aufenthaltsqualität, Klimaanpassung und nachbarschaftliche Begegnung miteinander verbindet. In die Planung flossen neben den städtebaulichen Zielsetzungen auch die Anregungen der Bürgerinnen und Bürger ein.
Die neugestaltete Anlage wird durch Baum-, Strauch- und Staudenpflanzungen räumlich gegliedert und ökologisch aufgewertet. Barrierefreie Wegeverbindungen aus Farbasphalt erschließen die Fläche und verknüpfen die unterschiedlichen Aufenthaltsbereiche miteinander.
Ein Trinkwasserbrunnen, Sitzgelegenheiten sowie ein kleiner zentraler Platz schaffen Orte für Aufenthalt, Austausch und Begegnung. Die Gestaltung nimmt die natürliche Topografie des Geländes auf und integriert den prägenden Baumbestand entlang der Grundstücksränder in das neue Freiraumkonzept.
Prägendes Gestaltungselement sind die aus Stampfbeton gefertigten Sitzmauern, die mit Sitzauflagen zum Verweilen einladen. Als bewusster Kontrast zu den massiven, erdverbundenen Mauern entfaltet sich eine filigrane und leichte Pflanzung aus trockenheitsverträglichen Stauden und Gräsern. Über das Jahr hinweg sorgen ihre Blüten, Samenstände und bewegten Strukturen für eine lebendige, fröhliche Atmosphäre und verleihen dem Quartiersplatz eine unverwechselbare Identität.
Auch ökologische Aspekte wurden gezielt berücksichtigt. Eine Wildrosenhecke fasst Teilbereiche der Anlage ein und bietet Lebensraum für zahlreiche Tierarten. Ergänzt wird das naturnahe Konzept durch ein Insektenhotel und Lesesteinhaufen, die zusätzliche Rückzugs- und Nistmöglichkeiten für Insekten, Reptilien und Kleintiere schaffen und die Biodiversität im Quartier fördern.
Ein wesentlicher Baustein des Projekts ist das nachhaltige Regenwassermanagement. Niederschlagswasser aus angrenzenden Verkehrsflächen wird künftig über eine unterirdische Baumrigole den neu gepflanzten Bäumen zugeführt. Dort wird es zwischengespeichert, zeitverzögert versickert und steht den Gehölzen während trockener Perioden als zusätzliche Wasserreserve zur Verfügung. Damit leistet das System nicht nur einen Beitrag zur Bewässerung der Vegetation, sondern unterstützt zugleich die Grundwasserneubildung und verbessert das lokale Mikroklima.
Mit der Fertigstellung und Freigabe im Jahr 2026 entstand ein multifunktionaler Freiraum, der soziale Begegnung, ökologische Aufwertung und klimaresiliente Freiraumentwicklung beispielhaft miteinander verbindet und die nachhaltige Entwicklung des Stadtteils Böbig sichtbar voranbringt.
Bahnhaltepunkt Böbig: Ein neues Entree für die Landesgartenschau 2028
Mit Blick auf die Landesgartenschau 2028 wird das Umfeld des Bahnhaltepunkts Böbig zu einem leistungsfähigen und identitätsstiftenden Stadteingang weiterentwickelt. Die Umgestaltung umfasst den Vorbereich des Haltepunkts, Abschnitte der Landwehrstraße sowie Teile der angrenzenden Park-and-Ride-Anlage. Ziel ist es, einen bislang überwiegend verkehrlich geprägten Raum in einen attraktiven öffentlichen Freiraum zu transformieren, der Orientierung bietet, Aufenthalte ermöglicht und die verschiedenen Mobilitätsangebote sinnvoll verknüpft.
Den gestalterischen Schwerpunkt bildet ein großzügiger Willkommensbereich, in dem sich die Wege von Bahnreisenden, Fußgängern und Radfahrenden kreuzen. Geschwungene Wege- und Platzflächen, inspiriert von den Linien des nahegelegenen Speyerbachs, strukturieren den Raum und schaffen klare Bewegungsachsen. Baumreihen und bepflanzte Grünbänder begleiten die Erschließung und verleihen dem neuen Entrée einen eigenständigen Charakter.
Auch das Mobilitätsangebot wird neu organisiert. Neben den neu geordneten Stellplatzflächen entstehen Fahrradboxen, überdachte Fahrradabstellanlagen sowie Bereiche für Mieträder und E-Scooter. Barrierefrei ausgebaute Bushaltestellen und eine neue Rampen- und Treppenanlage verbessern die Vernetzung der Verkehrsträger und gewährleisten eine komfortable Zugänglichkeit.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der klimaangepassten Freiraumentwicklung. Entsiegelte Flächen, neue Baumstandorte sowie artenreiche Stauden- und Gräserpflanzungen tragen zur Verbesserung des Mikroklimas bei und schaffen schattige Aufenthaltsbereiche. Das anfallende Niederschlagswasser wird über versickerungsfähige Beläge und Baumrigolen vor Ort zurückgehalten, gespeichert und für die Vegetation nutzbar gemacht. So entsteht ein robustes System, das Freiraumgestaltung und wassersensible Infrastruktur konsequent miteinander verbindet.
Die Neuordnung des Areals macht den Standort künftig zu weit mehr als einem Verkehrsknoten. Als grünes Entree zur Stadt und zur Landesgartenschau prägt er den ersten Eindruck der Ankommenden und setzt zugleich ein Zeichen für eine zukunftsfähige, klimaorientierte Stadtentwicklung.




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