Neubau Ortenau Klinikum am Standort Offenburg

2. Preis beim Wettbewerb

Neubau Ortenau Klinikum am Standort Offenburg

Freiraumkonzept

Da der Landschaftsraum um den neu entstehenden Campus vorwiegend durch die Landwirtschaft geprägt ist und diese ursprüngliche Nutzung erhalten bleiben soll, wird lediglich eine Ergänzung von ökologischen Funktionen und der Nutzung zur landschaftlichen Erholung vorgenommen.

Zur landschaftlichen Eingliederung legen sich mehrere Schalen um die kranzartige Bebauungsstruktur herum. Die erste Schale besteht aus einer lockeren ringförmigen Baumsetzung, welche die Eingrünung des Campus unterstützt und zugleich Blicke in die offene Landschaft zulässt.
Es folgt nach Außen hin eine Parzellierung in kleinteilige Felder mit einer Vielfalt an landwirtschaftlichen und gärtnerischen Nutzungen. Dieser Freiraum wird über einen Rundweg um das Klinikgelände erschlossen. Es entstehen neben Flächen für ökologische Landwirtschaft auch Patienten- und Anwohnergärten. Als ein gesundheitlicher und gestalterischer Aspekt werden Kräuter- und Lavendelfelder angelegt, wodurch sämtliche Sinne angeregt werden und das Wohlbefinden des Besuchers gesteigert wird. Ebenso können aus deren Ertrag eine Reihe von gesundheitsfördernden Produkten angeboten werden.
Im Sinne der ökologischen Landwirtschaft erfolgt eine Aufwertung durch Feldgehölzstreifen, die in Ergänzung zum Offenland ein wichtiges Landschaftselement darstellen. Infolgedessen steigt die Strukturvielfalt dieses Lebensraumes, wodurch die Artenvielfalt bei den Insekten und Feldvögeln zunimmt. Diese Aufwertung fördert zugleich die Steigerung des Wohlbefindens, die mit der Naturwahrnehmung einhergeht.
In der äußeren Schale knüpft die großflächigere Landwirtschaft an die kleinteilige an und schließt somit den weichen Übergang zur Landschaft ab. In diesem Bereich werden zur Aufwertung des Landschaftsraumes die bestehenden Streuobststreifen durch weitere ergänzt.

Der Rundweg für Spaziergänger schneidet die übergeordneten Verbindungen für Fußgänger und Radfahrer nach Bohlsbach, Bühl und zur B33. Hierdurch wird ein bestmöglicher Anschluss in alle Richtungen sichergestellt und es entstehen vielfältige Wegebeziehungen für den Spaziergänger und Radfahrer. Entlang der nördlichen Grenze des Gebiets verläuft eine Schnellverbindung zwischen Bohlsbach und Mühlbach-Radweg.

Das auf dem Klinikgelände anfallende Regenwasser wird oberflächennah in Versickerungsmulden mit teils Ausbildungen von flachen Versickerungsteichen eingeleitet. Diese liegen im Eingrünungsring und bieten als Feuchtbiotope einen wichtigen Lebensraum in der landwirtschaftlich genutzten Landschaft.